Altenpflege – Alles beim alten

Seit Jahren beobachten Pflegende den pflegepolitischen Gesetzgebungsprozess und stellen fest: Weder auf den Dienstplänen, noch auf den Lohnstreifen sind positive Entwicklungen zu beobachten. Dienstpläne sind auf Kante genäht, die Entlohnung steht in keinem Verhältnis zu Profession und Arbeitsbelastung. Weder die für die Pflege zuständige Gewerkschaft, noch Arbeitgebervertreter scheinen in der Lage oder willens zu sein, in politischen Gremien entscheidende Zeichen zu setzen. Ohne eine politische Vertretung der Pflegenden sind hier langfristig keine Veränderungen zu erwarten.

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…all jene Gesetze, die gedacht sind, Verbesserungen zu erreichen, scheinen bis jetzt wirkungslos oder zielen in die falsche Richtung. Nach über einem Jahr mit Jens Spahn im Amt des Gesundheitsministers bleibt von den vollmundigen Versprechen des Ministers am Ende des Tages nicht viel übrig.

13.000 Stellen für behandlungspflegerische Tätigkeiten, die, laut einer Klausel im PPSG, auch durchs Hilfskräfte besetzt werden dürfen, wenn sich nach einer bestimmten Zeit keine Fachkräfte einstellen lassen, werden nicht ansatzweise ausreichen, um auch den Personalbedarf in der grundpflegerischen Versorgung unserer Alten zu decken.

Der magischen Zahl von 13.000 steht eine Unzahl Pflegender gegenüber, die in den kommenden Jahren in die Verrentung geht. Die hinterlassene Lücke wird sich durch aktuelle Gesetztesvorhaben nicht schließen lassen.

Gesetzeskunde

Das Modell der totalen Institution “Altenheim“ kann im krassen Widerspruch zum SGB XI §2 (1), gesehen werden, wodurch auch Art 1 GG in seiner Unverletzlichkeit berührt würde. Empfundene Würde und empfundene Selbstbestimmtheit eines Menschen (im Pflegeheim) hängen untrennbar miteinander zusammen. Pflegende sind wider Willens durch personelle Sparzwänge gezwungen, zeitliche Strukturen zu schaffen, die die Würde und Selbstbestimmtheit eines Menschen in Heimunterbringung immer wieder aufs neue untergraben!

Zäsur

Politik und Kostenträger müssen nun endlich die erforderlichen Summen mobilisieren. Sparzwang und Verweigerungshaltung müssen ein Ende finden. Ansonsten wird der jetzige Pflegenotstand ein Beiläufer in Vergleich zu dem sein, was unweigerlich kommen wird.

Eine humanitäre Katastrophe!

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